Berlin-Brandenburg

Preisträger 2009

Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau GmbH Überwindung von kritischen Problemen mit instabilen Luftversorgungen im Orgelbau durch aeroakustische Modellierung und Steuerung des Orgelwindes

Seit rund 200 Jahren berechnen Orgelbauer die Luftzufuhr für die Orgelpfeifen, den so genannten „Orgelwind“, der durch ein komplexes Apparatesystem (Windmaschine, Bälge und Kondukte) erzeugt und gesteuert wird, anhand von überlieferten und niedergeschriebenen Erfahrungen. Der Orgelwind muss für einen lebendigen Ton, für einen herausragenden Klang, nach unzähligen Parametern gesteuert werden. Druckverhältnisse, Stärke und Intervalle, Menge und Volumen des Windes sind ausschlaggebend. Die jeweilige Anzahl und Größe der Orgelpfeifen und die Beschaffenheit der Register einer Orgel ergeben immer wieder andere Wechselbeziehungen der einzelnen Parameter und damit besondere erwünschte und - im Gegenzug - unerwünschte Windeffekte. Eine Modellierung dieser Effekte war bisher auf Grund der großen Komplexität der Orgelbauteile nicht möglich. Dazu ist Orgelbaufirma Alexander Schuke in Potsdam mit ihrer Innovation nun als erster Hersteller in der Lage. Sie kann die Windeffekte quantitativ und messbar modellieren und Orgeln in besonderer Qualität bauen. Unter Einbeziehung der Grundlagenforschung der UP Transfer Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der Uni Potsdam wurde dafür ein einzigartiger Mess- bzw. Testplatz entwickelt – die Modell-Windlade. Sie verfügt über eine umfangreiche Drucksensorik und ein speziell entwickeltes Oszillatormodell. Im Rahmen von Untersuchungen wurden individuelle Regelmechanismen für den Orgelwind entwickelt, mit denen nun die Strömungsverhältnisse unterschiedlichster Orgeln optimiert werden können. Das ebenfalls entwickelte virtuelle Windsystem (aeroakustische Modellierung) bietet nicht nur für den Orgelneubau, sondern auch für die Restaurierung historischer Orgelwerke, neue und höchst effektive Möglichkeiten.


Das Team der Alexander Schuke Potsdam-Orgelbau GmbH


Bombardier Transportation GmbH Talent 2 – Elektrischer Triebzug, der bei Produktion und späterem Einsatz individuell sich verändernden Randbedingungen angepasst werden kann

Mit der Liberalisierung des Regionalverkehrs wurden neue Anforderungen bezüglich der Flexibilität von Eisenbahnfahrzeugen identifiziert. Es müssen zukünftig Züge flexibel in mehreren Verkehrsausschreibungen nacheinander eingesetzt werden können, da die Dauer eines Verkehrsvertrages wesentlich kürzer ist als die Lebensdauer eines Zuges. Die Anforderungen an einen Zug können sich dabei erheblich verändern. Vor diesem Hintergrund wurde bei Bombardier die neue Fahrzeugfamilie Talent 2 mit 2- bis 6-teiligen Elektrotriebzügen entwickelt. Die Talent 2 – Fahrzeugfamilie von Bombardier ist gekennzeichnet durch aktuelle Antriebs- und Steuerungstechnik, ein attraktives Fahrzeuglayout sowie die Erfüllung neuester Sicherheitsnormen. Hauptgestaltungsmerkmal ist die einzigartige Flexibilität sowohl bei der Auswahl des Fahrzeuges bei der Bestellung, als auch bei der Umrüstung bereits im Betrieb befindlicher Züge. Nachrüstmöglichkeiten bestehen dabei wie aus einem Baukasten bei der Zuglänge und Traktionsausrüstung, der Anzahl von Türen je Wagenkasten, der Einstiegshöhe sowie dem Fahrzeuglayout. Der Zug kann damit bestens angepasst in mehreren Verkehrsausschreibungen nacheinander eingesetzt werden – er hat sozusagen mehrere Leben. Mit diesem innovativen Fahrzeugkonzept wurde für den Standort Hennigsdorf der Bombardier Transportation ein erster Rahmenvertrag mit der DB AG über 321 Züge abgeschlossen.


Das Team der Bombardier Transportation GmbH


ProBioGen AG Immortalisierte Zelllinien für die Produktion moderner Impfvektoren – Entwurf, Entwicklung und Einsatz neuer Zelllinien als Ersatz für herkömmliche Methoden der Produktion von Impfstoffvektoren

Eine Reihe wichtiger Impfstoffe für Menschen (z.B. auch der Impfstoff gg. Schweinegrippe) werden auf Vogelzellen produziert. Das derzeitige, jahrzehntealte Verfahren erfordert eine kontinuierliche Versorgung mit frischen, embryonierten Hühnereiern aus speziellen Beständen. Diese Anforderungen sind teuer, erhöhen den logistischen Aufwand und das Risiko, dass Keime in die Impfstoffproduktion eingetragen werden. Diese Nachteile werden bislang aus Mangel an Alternative in Kauf genommen. Die Innovation von ProBioGen bietet neuartige, stabile Vogelzelllinien zur Impfstoffproduktion. Gezielte biochemische Eingriffe haben zellbiologische Mechanismen aufgehoben, welche die Teilungsfähigkeit frischer Zellen begrenzen. Die Zelllinien wurden entsprechend der Maßstäbe der europäischen und US-amerikanischen Zulassungsbehörden entwickelt, so dass der Einsatz in biopharmazeutischen Prozessen möglich ist. Die Zellen sind an das Wachstum in Bioreaktoren in hochreinen Medien angepasst und haben in der Produktion verschiedenster Impfviren in skalierbaren Prozessen hohe Ausbeuten demonstriert. Eine wichtige Anwendung liegt ausserdem in der Bereitstellung einiger moderner, vektorieller Impfstoffe, die auf derzeitigen Vogelzellen nicht produziert werden können.


Das Team der ProBioGen AG


Partner

Berliner Sparkasse<br />Niederlassung der Landesbank Berlin AG
TSB Technologiestiftung Berlin
Investitionsbank Berlin
Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB)
Wall GmbH
GASAG
Berliner Stadtreinigung (BSR)
Stromnetz Berlin GmbH
changer
BBB BÜRGSCHAFTSBANK zu Berlin-Brandenburg GmbH
Auto Tissue Berlin GmbH
changer
Laserline
GFaI Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V.
Wirtschaftsförderung Brandenburg
Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie
WISTA Management GmbH
dantzhoehne. PATENT & RECHT
Movact
Regionalmanagement Berlin SÜDWEST
changer
Opel Automobile GmbH
Takeda GmbH
Universität Potsdam
Berlin Valley
Der Tagesspiegel
VDI Verlag GmbH
Inforadio RBB
Antenne Brandenburg
Gruenderszene
changer
Tagesspiegel Köpfe
Märkische Allgemeine